• Wallsee ist Standort eines Schlosses, mit dem die Wirtschaft des Ortes seit dem Mittelalter und bis etwa 1920 eng verbunden war. Ab 1895 wurde es von Erzherzogin Marie Valerie, einer Tochter von Kaiser Franz Joseph und Elisabeth, mit ihrem Gemahl, Erzherzog Franz Salvator bewohnt. Das Schloss ist auch heute noch in Familienbesitz und nicht öffentlich zugänglich. An den früheren Salzhandel erinnert das "Salzhaus" im Ort. Besiedelt wurden Wallsee und Sindelburg aber schon in der Steinzeit, wie Werkzeugfunde beweisen.
  • Die Geschichtsschreibung von Wallsee beginnt in der Römerzeit, wo unter dem heutigen Marktplatz die Überreste eines Auxiliar-Kastells von 200 x 160 m nachgewiesen wurden (Funde im Römermuseum). Vermutlich war es das mehrmals in antiken Quellen erwähnte Adiuvense, wie Ziegelstempelfunde der Legio II Italica und eine Untersuchung des Habsburger Erzherzogs Theodor Salvator vermuten lassen. In der jüngeren Forschung wird Wallsee jedoch mit Locus Felicis gleichgesetzt (Hannsjörg Ubl).
  • 1295/96 erhob sich der österreichische Adel, angeführt u. a. von Konrad von Sommerau, der auf der benachbarten Burg Sommerau saß und die Region beherrschte, gegen Herzog Albrecht I. Nach der Niederschlagung des Aufstandes verloren die Sommerauer alle Lehen und Heinrich I. von Waldsee/Wallsee wurde mit Sommerau und Sindelburg belehnt. Die Wallseer erbauten 1368-88 das heute noch bestehende Schloss und hatten die Herrschaft bis zu ihrem Erlöschen ihrer Dynastie 1483/1506 inne.
  • Im 14. Jahrhundert erhielt Wallsee das Marktrecht. Seit etwa 1620 ist die Verwendung eines Marktsiegels überliefert. Jenes aus 1631 zeigt einen Mühlstein und oberhalb stilisierter Donauwellen ein Ungeheuer. Von ca. 1500 bis 1895 stand unter dem Sandsteinfelsen des Schlosses eine Mühlstein-Fabrik, die nach Ungarn und bis zum Schwarzen Meer lieferte. Auf diese Zunft geht die St.-Anna-Kapelle zurück.
  • Nach 1945 prägte der Donaustrom die wirtschaftliche Entwicklung - unter anderem durch das Schifffahrtsunternehmen Brandner und den Bau eines großen Donaukraftwerkes.
  • Quelle: Wikipedia